Babelsberger Kindertraum

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Hortkonzept

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Konzept des Hortes Babelsberger Kindertraum

 



14482 Potsdam- Otto- Erich Straße 13



Telefon: 0331 7405836



Fax: 0331 7405837



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Inhaltsverzeichnis



1.Organisatorischer Rahmen und Bedingungen



1.1. Unser gesetzlicher Auftrag und deren Umsetzung im Hort

1.2. Für wen wir da sind

1.3. Unser Team und was uns wichtig ist

1.4. Wo wir sind und was wir haben - Standort, Räumlichkeiten, Ausstattung

1.5. Öffnungs-, Ferien und Schließzeiten, Fest- und Feiertage



2. Was Kinder heute brauchen- Ziele unserer pädagogischen Arbeit



2.1. Unser Bild vom Kind

2.2. Warum wir tun was wir tun- Kindheit heute

2.3 Entwicklungsaufgaben im Grundschulalter

2.4. Entwicklung bedeutet eigene Grenzen zu überschreiten

2.5. Sich selbst und die Welt entdecken

2.6. Gruppenoffene Arbeit und Strukturen / Das Kind in der Gruppe



3. Orientierung im Hortalltag - Tagesablauf und Strukturen



3.1. Eingewöhnung als besondere Phase

3.2. Ankommen im Hort und gemeinsame Mahlzeiten

3.3. Die Hausaufgaben

3.4. Aktivität und Ruhe



4. Dokumentation und Zusammenarbeit



4.1. Wie wir unsere Arbeit sichtbar machen

4.2. Mitarbeit der Eltern



1.Organisatorischer Rahmen und Bedingungen



1.1 Unser Gesetzlicher Auftrag und deren Umsetzung im Hort



Grundlage unserer pädagogischen Arbeit ist zunächst das Grundgesetz (GG), Artikel 6, Absatz 2 und das SGB VIII §§ 22, 22a und 23, welche den gesetzlichen Bildungs- Erziehungs-und Betreuungsauftrag regeln. Dieser Auftrag ist für das Land Brandenburg im Kita-Gesetz, sowie in den "Grundlagen der elementaren Bildung" eingehend definiert.



Inhaltlich orientieren wir uns bei der Erfüllung unserer sozialpädagogischen Aufgaben an den "Bausteinen für die pädagogische Arbeit in Brandenburger Horten", welche vom Ministerium für Bildung, Jugend und Sport (MBJS) herausgegeben und ständig neu überarbeitet werden. Diese dienen uns auch als theoretisches Gerüst und Material zur stetigen Reflektion und Überprüfung unserer Arbeit in der Praxis.



Unsere Einrichtung in seiner familienergänzenden und sozialpädagogischen Funktion bietet den Kindern den Raum und die Zeit, ihr Recht auf freie Gestaltung ihrer Zeit wahrzunehmen.



Insbesondere wollen wir ihren Kindern die Möglichkeit geben, sinnvolle und nützliche Erfahrungen zu sammeln, welche sie dazu befähigen, ihren Alltag selbst zu gestalten und diese Fähigkeiten alters- und entwicklungsbedingt zu erweitern. Im Rahmen von Aktivitäten des täglichen Lebens findet hier Lernen in konkreten Lebenszusammenhängen statt. Alle Prozesse werden dabei von und mit den Kindern gestaltet. Dabei geben wir den Kindern im Prozess der Selbstwerdung und des Hineinwachsens in ihre vielfältigen sozialen Lebenswelten Orientierung und Begleitung auf der Basis von Vertrauen, gegenseitiger Achtung und Anerkennung. Unser wichtigster Auftrag, die Selbstständigkeit und Eigenverantwortlichkeit der Kinder zu fordern und zu fördern wird so erfüllt.



1.2 Für wen wir da sind



Unsere Einrichtung ist offen für alle Kinder im Grundschulalter. Insbesondere betreuen wir die Kinder der 1. bis 4. Klasse, welche die "Grundschule am Griebnitzsee" besuchen. Wir verfügen über eine Kapazität von insgesamt 69 Plätzen und sind somit eine recht kleine, familiäre Einrichtung.



Wir stellen uns im Rahmen des "Tages der offenen Tür" den Schulanfängern und interessierten Eltern vor. Hier können erste Informationen über uns und unsere Arbeit eingeholt werden und im Gespräch ein erstes Kennenlernen stattfinden. Auch gibt es dabei die Möglichkeit sich in einer Anmeldeliste für einen Hortplatz vormerken zu lassen.



Voraussetzung für einen Betreuungsvertrag ist der Rechtsanspruch des Kindes auf eine Tagesbetreuung, welcher sich im Grundschulalter bis einschließlich der vierten Klassenstufe, gesetzlich auf täglich 4 Stunden beläuft. Überschreitet die notwendige Betreuungszeit diesen gesetzlichen Anspruch, ist ein "Antrag auf Feststellung des Rechtsanspruchs auf Tagesbetreuung" beim Fachbereich Kinder, Jugend und Familie der Stadt Potsdam zu stellen. Ein gesetzlicher Anspruch auf Betreuung während schulfreier Tage und in den Ferien ist gesetzlich nicht vorgesehen.

Vor Aufnahme ihres Kindes können sie uns nach Absprache besuchen und sich so ein Bild von unserer Einrichtung und unserer Arbeit machen. Auch sogenannte "Schnupperstunden" bei denen die Eltern gemeinsam mit ihren Kindern am Hortalltag teilnehmen, können mit uns vereinbart werden.



Wir möchten sie herzlich einladen uns kennenzulernen und so von Anfang an ein vertrauensvolles Verhältnis zum Wohle der Kinder aufzubauen.



1.3 Unser Team und was uns wichtig ist



Ein Haus in das die Kinder gern kommen und wo sich jeder wohlfühlt. Denn eine angenehme Atmosphäre ist die Grundlage für ein friedliches Zusammensein und für jede Art von positiven Erlebnissen. Deshalb legen wir großen Wert auf ein harmonisches und demokratisches Zusammenleben. Unser Umgang miteinander ist bestimmt von Offenheit, Menschlichkeit und Flexibilität.



Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht das Leben wie es den Kindern hier und heute begegnet. Dabei werden die entwicklungsbedingten Fähigkeiten und Bedürfnisse sowie die individuellen Interessen der Kinder von uns wahrgenommen und methodisch begleitet.



Jedes Kind soll bei uns die Erfahrung machen willkommen zu sein. Eltern sehen wir als Partner, die uns wichtige Informationen über ihre Kinder geben können und uns aktiv an deren Entwicklung beteiligen. Wir wollen für sie vertrauensvolle Ansprechpartner sein, unsere Arbeit transparent machen und sie in Erziehungsfragen unterstützen. Gegenseitige Achtung und gute Zusammenarbeit ist uns zum Wohle der Kinder sehr wichtig.



In unserem gelebten Alltag wollen wir die Selbstständigkeit der Kinder zulassen, herausfordern und unterstützen. Wir schaffen einen sicheren Rahmen in dem die Kinder alle Erfahrungen machen dürfen, die sie dazu befähigen ihr eigenes Handlungsfeld zu gestalten.



Als fachlich qualifizierte Bezugspersonen unterstützen wir die Kinder in ihrer ganz persönlichen Entwicklung, geben ihnen Gelegenheit eigenverantwortliche Entscheidungen zu treffen, Wünsche zu äußern und zu verfolgen, setzen aber auch Grenzen und schaffen so Orientierung und Sicherheit, geben ihnen Geborgenheit und sind uns unserer Vorbildwirkung bewusst. Wir arbeiten im Team zusammen und treffen unsere Entscheidungen gemeinsam.



Das Team:



Juliane Tinius - staatlich anerkannte Sozialpädagogin - Leitung und Praxisanleitung

Sophie Hasenpusch - staatlich anerkannte Erzieherin

Ines Löwe - Erzieherin

Falko Bässler – Erzieher / stell. Hortleiter



Unterstützt wird dieses Team zurzeit von einem Koch der Firma Schult, welche die Mittagsversorgung vor Ort anbietet. Weiterhin begleitet uns eine Erzieherin in Ausbildung, welche uns im wöchentlichen Wechsel unterstützt. Des Weiteren streben wir an, Absolventen und Praktikanten im erzieherischen und sozialpädagogischen Bereich die Möglichkeit des Lernens und Begleitens in unserer Einrichtung zu ermöglichen.



Einmal pro Woche und bei Bedarf darüber hinaus, erfolgt eine Teambesprechung, bei der ein Protokoll geführt wird. Der Träger des Hortes sorgt für regelmäßige Fortbildung der Mitarbeiter. Entsprechende Veranstaltungen werden von uns nach dem jeweiligen aktuellen Bedarf gewählt. Dabei ist unser Ziel, das jedes Teammitglied eine Fortbildung im Jahr besucht. Die neuen Erkenntnisse und Erfahrungen werden im Rahmen der Teamsitzungen evaluiert.



Um Engpässe durch Urlaub, Fortbildung und Krankheit besser abfedern zu können, arbeiten wir intern mit Arbeitszeitkonten. Der genaue Stundenanteil einzelner Mitarbeiter wird jeweils auf Grundlage des aktuellen Bedarfs und des Erzieherschlüssels nach Eingang und Prüfung der einzelnen Rechtsansprüche der Kinder festgelegt.



Wir möchten dabei darauf hinweisen, dass Kinder die einen Rechtsanspruch auf 4 Stunden Betreuung haben, sozusagen nur als halbes Kind gezählt werden, da der Erzieherschlüssel auf einer Ganztagsbetreuung (also 8 Stunden) beruht. Dies ist gesetzlich so festgelegt und führt oft zu Missverhältnissen bei dem tatsächlichen Betreuungsverhältnis.



1.4 Wo wir sind und was wir haben-Standort, Räumlichkeiten und Ausstattung



Unser Hort entstand zum Schuljahr 2010/2011 auf Grund der extrem hohen Nachfrage, da notwendige Kapazitäten vorhandener Betreuungsangebote für Kinder am Nachmittag nicht ausreichend waren. Die Trägerschaft liegt beim MUG-Brandenburg e.V., welcher sich im Rahmen verschiedener Projekte für die Entwicklung der Region engagiert.



Das zweistöckige Gebäude in dem sich der Hort befindet liegt direkt gegenüber der Grundschule am Griebnitzsee, wobei eine wenig befahrene Straße zu überqueren ist. Die Umgebung ist geprägt durch Einfamilienhäuser mit Gärten und rückläufig grenzt ein Gewerbegebiet direkt an unser Außengelände. Im Gebäude selbst sind zurzeit ebenerdig eine Musikschule und eine Zweigstelle der Bibliothek untergebracht. Im Obergeschoss des Vorderhauses befinden sich das Architekturbüro unseres Vermieters und der Firmensitz einer Dachdeckerinnung.



Unsere Räume sind je nach Bestimmung mit entsprechenden Möbeln und Materialien ausgestattet, welche immer wieder ergänzt und an die Bedürfnisse der Kinder angepasst werden. Zurzeit werden diese als Speiseraum, Lernwerkstatt, Bauraum mit Puppenecke, Bewegungsraum, Kuschelzimmer und Kreativwerkstatt genutzt. Des Weiteren verfügen wir über eine Küche die wir gemeinsam mit den Kindern nutzen können.



Unser Außengelände lädt mit den beiden großzügig gestalteten Sandflächen zum bauen, buddeln, schöpferischem Gestalten und vielfältigen Bewegungsaktivitäten ein. Die Rasenfläche ermöglicht Outdoor-Spiele wie Federball, Crockett oder Wikingerschach, aber auch eine Nestschaukel, ein Turnreck, ein großes Trampolin und eine Tischtennisplatte laden zu Bewegung und Spiel ein. Die Bepflanzung des Geländes wird von den Kindern gern als Rückzugsmöglichkeit, zum Bude bauen und Versteck spielen genutzt. Fahrzeuge regen ebenfalls zu Bewegung und Rollenspiel an und kommen auf den versiegelten Flächen zum Einsatz. Des Weiteren steht den Kindern Sandspielzeug, Springseile, Bälle und andere Materialien zur Verfügung. Besonders beliebt sind dabei die naturnahen Baumaterialien wie Holzstämme, Bretter und Äste, welche mit Decken, Seilen, Hammer und Nägeln kreative Objekte entstehen lassen. Tische, Bänke und Sonnenschutz ergänzen diese Ausstattung ebenso wie unsere Außendusche und der eigene kleine Garten und die Blumenrabatten welche von den Kindern selbst angelegt und gepflegt werden.



1.5 Öffnungszeiten, Ferien- und Schließzeiten, Fest- und Feiertage



Unser Hort hat in der Regel von Montag bis Freitags 10.30 Uhr bis 17.30 Uhr geöffnet.



So sichert der Hort in Ergänzung zur Schule eine ganztägige Betreuung der Kinder. Die pädagogischen Aktivitäten werden nach der Hausaufgabenzeit, in der Regel gegen 14.00Uhr angeboten. Nach 16.00Uhr werden alle bis dahin noch verbleibenden Kinder zusammen, bei schönem Wetter draußen, vom Spätdienst betreut und können sich im Freispiel bis zur Schließung beschäftigen.



Die Betreuung in den Ferien und an schulfreien Tagen wird im Land Brandenburg nicht mit dem gesetzlich anerkannten und festgestellten Betreuungsbedarf der Kinder abgedeckt. Für diese Zeiten muss ein Entgelt von 5,00 € pro Stunde aus der Differenz zwischen der Regelbetreuung und dem tatsächlichen Bedarf erhoben werden. Dieser Betrag ist beim Leiter der Einrichtung zu entrichten.



In den Ferien bieten wir als Service eine Betreuung von Montag bis Freitag in der Zeit von 08.00 Uhr bis 16.00 Uhr.



Eine vorab durchgeführte Bedarfsermittlung erfolgt mit einer abschließenden und verbindlichen Anmeldung, so das Personaleinsatz und Aktivitäten planbar sind. Wir bieten ein abwechslungsreiches Programm nach Vorschlägen der Eltern und Kinder, welches auch Ausflüge beinhalten kann.



Für variable schulfreie Tage können Eltern diesen Service ebenfalls wie in den Ferien wahrnehmen.



An gesetzlichen Feiertagen und zwischen Weihnachten und Neujahr bleibt unsere Einrichtung geschlossen.



Einmal im Jahr freuen wir uns auf unser gemeinsames Sommer- oder Herbstfest zu deren Mitgestaltung Alle herzlich eingeladen sind. Dieses wird zeitlich jeweils so geplant, dass auch unsere "neuen" Eltern Gelegenheit haben sich untereinander und uns unbeschwert kennenlernen zu können. Dazu laden wir selbstverständlich auch alle Geschwister, Verwandte, Freunde, "Ehemalige", Bekannte, Anwohner und neugierige Menschen ein.



Weitere Höhepunkte sind im Herbst eine Halloweenparty, unser Weihnachtsfest, das Osterfest und eine Hortübernachtung mit den Kindern der jeweils dritten Klassenstufe.



Weiterhin planen wir einmal jährlich einen gemeinsamen Arbeitseinsatz. An diesem Tag haben alle Eltern die Möglichkeit bei Aufräum- Putz- und Renovierungsarbeiten zur Erhaltung und Verschönerung unseres Hortes beizutragen. Diese Leistungen werden auf den jährlich zu entrichtenden Eigenanteil gemäß der gesetzlichen Richtlinien angerechnet, dient aber in erster Linie dazu, für unsere Einrichtung und Außenanlagen die Verantwortung zu teilen, diese gemeinsam zu pflegen und zu verschönern.



2. Was Kinder heute brauchen- Ziele unserer pädagogischen Arbeit



2.1 Unser Bild vom Kind



Kinder sind eigenständige Persönlichkeiten mit Stärken und Schwächen, die wir wertschätzen. Wir nehmen sie ernst und unterstützen sie beim Erforschen ihrer Welt. Wir bieten dazu eine geeignete Umgebung und entsprechende Materialien. Wir geben ihnen Zeit und Raum, aber auch Unterstützung und Geborgenheit, ihre eigenen Bedürfnisse innerhalb sinnvoller Grenzen zu erforschen, zu verwirklichen und auszuleben.



Wir sehen jedes Kind als ein Individuum mit ganz persönlicher Geschichte und eigenem Charakter, geprägt vom Elternhaus und seinem sozialen Umfeld. Die eigene Entwicklung gestaltet es mit Hilfe seines individuellen Erfahrungsschatzes aktiv mit, indem es beobachtet, vergleicht, probiert, erforscht und so mit seiner Umwelt in regen Austausch tritt. Eine stabile Beziehung zu selbstgewählten Bezugspersonen, soziale Interaktion mit anderen Kindern, sowie eine anregende Umgebung welche wir im Hort ermöglichen, sind dabei von großer Bedeutung.



Kinder dürfen bei uns noch Kinder sein!



2.2 Warum wir tun was wir tun - Kindheit heute



Mit dem Eintritt in die Schule beginnt für die Kinder ein neuer Lebensabschnitt mit neuen Aufgaben die sie zu bewältigen haben.



Während in der Schule alle Kinder der jeweiligen Klassenstufe dasselbe Lernangebot zu absolvieren haben, die Schule also der Ort formaler Bildung in den gesetzlich festgelegten Bildungsbereichen ist, können sie im Hort ihren ganz individuellen Bedürfnissen und Lerninteressen eigenständig und im eigenen Tempo nachgehen.

Hier haben sie die Möglichkeit sich in der realen Lebenswelt, in Alltagssituationen und lebenspraktischen Zusammenhängen zu erproben. Der Hort schafft die Rahmenbedingungen für Kinder, eigene Interessen zu verfolgen und eigene Erfahrungen zu sammeln.



Wir ergänzen somit die schulische Bildung auf non-formale Weise. Dies umfasst mehr als das Lernen von Fakten im Rahmen eines geplanten und gesteuerten Prozesses welche ein Lernziel vorgeben. Vielmehr sind hier Bildungsaktivitäten die vom Kind selbst ausgehen, seinen Interessen und Neigungen entsprechen, gemeint. So erleben die Kinder gegenwärtiges Handeln sinnvoll und nützlich. Sie können freiwillig ihren individuellen Interessen nachgehen, erleben Eigenwirksamkeit und entwickeln Eigenverantwortlichkeit.



2.3 Entwicklungsaufgaben im Grundschulalter



In unserem Hort haben die Kinder einen Ort, die Zeit und den Raum lebenspraktische Kompetenzen zur Bewältigung des Alltags einzuüben. Unser offenes Konzept ist eine Maßnahme alle Prozesse die damit verbunden sind zu fördern und zu unterstützen. Die Kinder werden hier je nach Entwicklungsstand immer weiter dazu befähigt, sich selbstständig im Hortalltag zurechtzufinden und so ihre Autonomie zu stärken. Dabei stehen wir als Ansprechpartner jederzeit für alle Kinder zur Verfügung. Wir begleiten Konflikte und helfen diese zu lösen. Wir lösen diese nicht für die Kinder!



Wir übertragen den Kindern die Verantwortung für ihr Handeln, geben ihnen Mitspracherechte und die Gelegenheit ihren Alltag mitzugestalten. Sie können ihren Spielort und ihre Spielpartner frei wählen, eigene Aktivitäten anregen oder an gemeinsamen Aktionen und Angeboten teilnehmen. Dabei achten wir darauf unsere Erkenntnisse nicht auf die Kinder zu übertragen und sie mit fertigem Wissen zu füttern, sondern lassen eigenes Erforschen, Beobachten und Deuten zu.



2.4. Entwicklung bedeutet eigene Grenzen zu überschreiten



Um Kinder für Risiken zu sensibilisieren, müssen sie ihre eigenen Erfahrungen machen dürfen. Unsere Aufsichtspflicht bedeutet nicht, die Kinder zu jeder Zeit möglichst umfassend zu behüten, zu überwachen und zu kontrollieren. Dies wirkt auf die gesunde Persönlichkeitsentwicklung von Kindern hemmend und wäre mit dem gesetzlichen Auftrag der Erziehung zur Selbstständigkeit und zu einer eigenverantwortlichen Persönlichkeit nicht vereinbar.



Das schrittweise Heranführen an Herausforderungen, das Zulassen von Wagnissen und risikobehaftetes Gewähren lassen, ist unerlässlich. In unserem Hort wollen wir die Kinder stärken und ihnen einen Ort geben, ganz lebenspraktische Kompetenzen zur Bewältigung des Alltags zu erwerben.



Unsere Hortarbeit ist durch die Vorbereitung auf die Selbstständigkeit geprägt. Unser Ziel ist es, die Kinder zu befähigen, sich eigenständig in ihrem Alltag und ihrer Umgebung zurechtzufinden und ihren Nachmittag selbst zu organisieren, sich z.B. eine kleine Mahlzeit zu bereiten, einkaufen zu gehen, sich zu verabreden und eigene Ideen und Vorstellungen zu verwirklichen.



2.5 Sich selbst und die Welt entdecken



Kinder leben heute zunehmend in geschützten Räumen die von der eigentlichen Welt abgegrenzt und auf ihre speziellen Bedürfnisse zugeschnitten sind. Damit nehmen wir ihnen die Chance zu lernen, sich in der Welt zurechtzufinden, sich in ihr zu erproben und diese für sich zu entdecken.



Mit zunehmendem Alter wollen die Kinder sich immer mehr von den Erwachsenen abgrenzen und selbstbestimmt ihren Alltag organisieren. Um dies zu unterstützen, planen und gestalten die Erzieher zusammen mit den Kindern die Rahmenbedingungen und üben Kompetenzen ein, die sie dazu befähigen.



Unsere Aktivitäten beinhalten aber auch eine Öffnung nach außen, mit Kontakten im Wohnumfeld, sowie selbstständige Ausflüge und Unternehmungen. Grundsätzlich können Kinder im schulpflichtigen Alter im bekannten Wohnumfeld allein spielen und Besorgungen ausführen. Übung ist hierfür die beste Voraussetzung eines sicheren Erfolgs.



Nach Übereinkommen mit den Eltern und der Einschätzung durch die Erzieher gibt es je nach Entwicklungsstand der Kinder die Möglichkeit, sich frei im Einzugsgebiet zu bewegen. So können die älteren Kinder, auf Grundlage dieser Absprache und nach entsprechenden Belehrungen, zum Beispiel allein einkaufen, zu ihren jeweiligen Arbeitsgemeinschaften/ Vereinen gehen, einen Spielplatz oder den Wald in der Nähe aufsuchen, Freunde besuchen, ein Eis essen gehen, oder einfach einen Spaziergang zur Erkundung der Umgebung unternehmen.



2.6. Gruppenoffene Arbeit und Strukturen



Bis zum Grundschulalter haben sich Kinder alle Kompetenzen angeeignet, die ihre Aufnahme in die Schule voraussetzen. Motorische, kognitive und kommunikative Fähigkeiten sind auf einem hohen Stand. Ein weiterer Schritt in ihrer Entwicklung besteht nun in der Festigung ihrer sozialen Kompetenzen. Dies ist die wesentlichste Entwicklungsaufgabe, welche Kinder im Grundschulalter zu bewältigen haben.



Die Beziehungen in einer Gemeinschaft annähernd Gleichaltriger werden zum wichtigsten Motor der eigenen Entwicklung. Gruppen- und Freundschaftserfahrungen die hier gemacht werden, sind wesentlich prägend für ein späteres Bindungs- und Sozialverhalten.



Die konzeptionelle Offenheit ermöglicht den Kindern eine selbstorganisierte Gruppenbildung. Durch die offene Struktur hat hier jedes Kind eine ausreichend große Zahl annähernd Gleichaltriger um Spielpartner und Freunde zu finden.



Die Kinder orientieren sich immer weniger an Erwachsenen sondern suchen die Anerkennung und Zugehörigkeit in der Gruppe von Gleichaltrigen. Hier erfahren sie auch Zuwendung und Sicherheit. Aber sie ist auch Spannungsfeld, ein Spiegel eigener Wirkung und somit der Lernort für Anpassung und Abgrenzung.



Unsere offene Raumgestaltung ermöglicht den Kindern gleichzeitig verschiedene Treffpunkte informeller Gruppenbildung. So können sie sich je nach Interessen und Bedürfnissen zusammenfinden und ungestört zurückziehen.



Die Wahl der Spielpartner und Aktivitäten werden von uns respektiert. Wir geben jedem Kind die Zeit und den Raum den es benötigt, sich in einer Gruppe zu integrieren und zu entwickeln. Das soziale Miteinander unterstützen wir durch gezielte Interaktionen im täglichen Geschehen. In dieser positiven Atmosphäre haben alle Kinder die Möglichkeit voneinander und miteinander zu lernen.



3. Orientierung im Hortalltag - Tagesablauf und Strukturen



3.1 Eingewöhnung als besonders Phase



Die Schule wird zu einem wichtigen Lebensbereich der Kinder. Hier haben sie am Vormittag bereits große Leistungen vollbracht. Um ihren Schulalltag erfolgreich zu bewältigen benötigen unsere Kinder nun aufmerksame Begleitung. Wir als Erzieher stehen den Kindern als direkter Ansprechpartner zur Verfügung. Wir geben ihnen die Möglichkeit ihre Erlebnisse und Erfahrungen zu kommunizieren, respektieren aber auch Rückzug und Autonomie.



Die Kinder der ersten Klassen werden vom Erzieher direkt in der Schule abgeholt und in den Hort begleitet. Dort haben sie die Möglichkeit bis zum gemeinsamen Mittagessen zu spielen, sich zu bewegen, sich zurückzuziehen, Informationen auszutauschen, sich beim Erzieher Rückhalt zu suchen und sich so ganz individuell zu erholen. Durch Beobachten und in Gesprächen entdecken wir hier oft die Themen, welche aktuell für die Kinder von Bedeutung sind.



Unser Hort orientiert sich am Konzept der offenen Arbeit, möchte aber gerade den Schulanfängern täglich noch mehr Struktur und damit Geborgenheit geben. Dies erreichen wir, indem diese Kinder in der Ankommzeit, während der Mahlzeiten und bei den Hausaufgaben von ihrem Bezugserzieher als Gruppe betreut werden. Zum gegenseitigen Kennenlernen werden in der Eingewöhnungszeit kleine Gesprächsrunden, Spiele und gemeinsame Aktivitäten initiiert. Damit haben die Kinder auch Gelegenheit mit den Strukturen und Abläufen sowie den Regeln, den einzelnen Räumen und den vielfältigen Möglichkeiten vertraut zu werden. Dies gibt ihnen Sicherheit und Geborgenheit und schafft durch diese positive Zuwendung die Grundlage für eine stabile und vertrauensvolle Beziehung.



3.2 Ankommen im Hort und gemeinsame Mahlzeiten



Der Tag im Hort beginnt für die Kinder bei Ankunft in der Einrichtung. Je nach Entwicklungsstand lernen sie den Weg von der Schule allein zu bewältigen. Dabei haben wir Vertrauen in die wachsenden Fähigkeiten der Kinder. Diese Selbstorganisation und Selbstbestimmung werden von uns gefördert und respektiert. Dabei achten wir darauf, dass bei Ankunft eine persönliche Begrüßung erfolgt und sich die Kinder anmelden. So behalten wir die Möglichkeit, jedes Kind persönlich willkommen zu heißen und mit ihm in Kontakt zu treten um Absprachen miteinander zu treffen und Informationen auszutauschen. Eine feste Struktur und wiederkehrende Abläufe geben den Kindern Orientierung und Sicherheit im Tagesgeschehen. Begleitet von einem Erzieher nehmen die Kinder gemeinsam ihre Mahlzeiten im Speiseraum ein. Das Mittagessen wird direkt in unserer Küche zubereitet und vom Koch je nach Bestellung ausgereicht. Am Nachmittag gibt es hier täglich frisches Obst oder Gemüse. Zur Vorbereitung der Obstpause werden die Kinder regelmäßig einbezogen. Getränke wie Tee oder Wasser stehen den Kindern selbstverständlich jederzeit zur Verfügung. Sie übernehmen selbst die Verantwortung für Ordnung und Sauberkeit während der Mahlzeiten.



3.3 Die Hausaufgaben



Zur Erledigung der Hausaufgaben geben wir den Kindern im Hort genügend Zeit und Raum. Dazu haben wir eine Lernwerkstatt mit entsprechenden Hilfsmitteln und Materialien als einen Ort eingerichtet, an dem die Kinder ungestört sonstiger Aktivitäten in Ruhe ihre Aufgaben erledigen können.

Die Erzieher achten dabei auf die Einhaltung des zeitlichen Rahmens nach der Verwaltungsvorschrift, welcher für die Jahrgangsstufe



1 und 2 30 Minuten

3 und 4 45 Minuten



Ziel dieser rechtlichen Grundlage ist die selbstständige Erledigung ohne fremde Hilfe.

Wir bieten den Kindern dabei sozialpädagogische Begleitung indem wir für die geeignete Atmosphäre sorgen und den Kindern z.B. beim Verstehen der Fragestellung behilflich sind. Wir informieren die Eltern bei wiederholt auftretenden Problemen, wie Zeitüberschreitungen oder inhaltlichen Schwierigkeiten und geben bei Bedarf auch Informationen an die Lehrer weiter.



Eine Überprüfung der Aufgaben auf Vollständigkeit und Richtigkeit bleibt Aufgabe der Eltern. Dabei sollten keine späteren Verbesserungen erfolgen, da sonst die Lehrer nicht einschätzen können, inwieweit vermittelter Stoff von den Kindern bereits verarbeitet wurde.



3.4 Aktivität und Ruhe



Kinder ringen um ein Verstehen der Welt. Wir dürfen unsere eigene, erwachsene Weltdeutung nicht einfach auf sie übertragen und sie mit Informationen und fertigem Wissen unter Zwang setzen, sondern annehmen, dass sie ihre eigene Sicht auf die Dinge erforschen. Durch Aktionen an denen die Kinder innerlich beteiligt sind und welche ihre Selbsttätigkeit zulässt wird die Ausbildung persönlicher Kompetenzen unterstützt. Dabei geben wir den Kindern Orientierung und Begleitung auf Basis gegenseitiger Anerkennung.



Sie haben das Recht auf eine selbstbestimmte Kinderkultur in der Werte und Normen hinterfragt werden dürfen. Hierfür benötigen sie Freiräume welche nicht schon von Erwachsenen durchstrukturiert und verplant sind, diese sich zurücknehmen, die Kinder gewähren lassen um eigene Erfahrungen zu ermöglichen.

Die Kinder haben das Recht auf freie Gestaltung ihrer Lebenswelt nach der Schule. Ein von uns gemeinsam gelebter Alltag wird durch gezielt angebotene Aktivitäten bereichert. Dabei orientieren wir uns an den aktuellen Themen der Kinder, geben Hilfe zur eigenen Auseinandersetzung mit selbstgewählten Themen, sowie Anreize neue Themen zu entdecken und zu bearbeiten. Dabei stehen wir ihnen, nach eigenen Vorlieben, Fähigkeiten und Fertigkeiten, zur Seite. Wir unterstützen und begleiten sie, erleben gemeinsame Erfolge, aber auch Niederlagen die uns stark werden lassen. So üben die Kinder hier Selbstverantwortung, erleben Selbstbewusstheit und Selbstbestimmung, Eigenwirksamkeit und Gemeinsinn. Sie üben damit Kompetenzen, welche über rein fachliche und technische Fähigkeiten hinausgehen.



Die angebotenen Wochenaktivitäten werden mit den Kindern gemeinsam geplant und vorbereitet. Sie sind immer freiwillig, so dass ein großer Spaß- und Lerneffekt eintritt.



Freizeit bedeutet auch, einmal nichts zu tun, sich Ruhe zu gönnen, eine Pause einzulegen, Langeweile auszuhalten. Ob ein Kind sich neugierig auf jedes Thema stürzt oder beschließt für sich zu bleiben ist nicht von Bedeutung. Solange es lernt sich selbst zu erkennen und eigene Bedürfnisse zu beachten, hat es die wesentliche Aufgabe erfüllt: sich kompetent mit seiner Umwelt auseinanderzusetzen und einen eigenen Platz zu finden, seinen eigenen Weg zu gehen.



4. Dokumentation und Zusammenarbeit



4.1 Wie wir unsere Arbeit sichtbar machen



Unsere tägliche pädagogische Arbeit dokumentieren wir vorwiegend durch Photos welche zeitnah und für alle Hortkinder und deren Angehörige öffentlich über einen digitalen Bilderrahmen im Eingangsbereich sichtbar sind. Außerdem werden die wöchentlichen Aktivitäten, welche in den Teambesprechungen protokollarisch festgelegt werden, im Eingangsbereich bekanntgegeben.



Die Kinder selbst besitzen ein Portfolio, welches sie mit Unterstützung der Erzieher über den gesamten Zeitraum der Betreuung bei uns weiterführen. Inhalt dieses Portfolios sind sowohl die ICH-Seiten, als auch Lerngeschichten und Bilder von den Kindern und ihren Werken die wir zur Verfügung stellen. So ist die Entwicklung jedes Kindes nachvollziehbar dokumentiert, seine Aktivitäten, Spielfreunde und Kunstwerke finden hier einen Platz. Damit kann diese Mappe auch ein schönes Erinnerungsstück für die Kinder und ihre Eltern sein.



Des Weiteren wird von den Bezugserziehern mindestens einmal jährlich für jedes Kind ein Entwicklungsbogen geführt. Erforderliche Strategien werden im Team besprochen und gemeinsam mit den Eltern, bei Bedarf in Abstimmung mit der Schule, eine Lösung erarbeitet. So gelingt es uns, bei auftretenden Problemen sofort zu Handeln und zum Wohle der Kinder einen gemeinsamen Weg zu gehen.



4.2 Mitarbeit der Eltern



Alle Eltern sind aufgefordert, sich mit ihren Ideen und Vorschlägen an der Verbesserung unserer Hortkultur zu beteiligen. Als Gremium dieser Zusammenarbeit werden von den Eltern jeder Klassenstufe Vertreter in den Hortausschuss gewählt. Dieser tritt mindestens einmal im Schuljahr, bei Bedarf auch öfter zusammen. Ihm gehören außerdem ein Vertreter des pädagogischen Teams und ein Vertreter des Trägervereins an. Der Hortausschuss wird vom Vorsitzenden der Elternvertreter einberufen.



Eine Mitarbeit der Eltern außerhalb dieses Gremiums ist uns ebenfalls willkommen. Wir freuen uns auf eine rege Teilnahme an unserem Arbeitseinsatz ebenso, wie auf Unterstützung bei Aktivitäten im Hortalltag, bei der Planung, Vorbereitung, Ausgestaltung und Durchführung von Festen, aber auch bei Ausflügen und der Gestaltung besonderer Höhepunkte für unsere Kinder sind sie uns herzlich willkommen. Sprechen sie uns einfach an. Wir haben immer ein offenes Ohr für neue Ideen und Aktionen. Unser Team steht Anregungen und Ideen von Eltern offen gegenüber und legt Wert auf eine gute Zusammenarbeit.



 

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